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Unsere Themen

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In Zeiten der Corona Pandemie

15.07.2020

 

Liebe Freund*innen,

in den letzten Wochen und Monaten habt ihr wenig von uns gehört. Alles wurde heruntergefahren und die Welt hat sich ein wenig langsamer gedreht. Der 14. Deutsche Kinder- und Jugendtrachtentag, auf welchen wir uns alle gefreut hatten, wurde aufgrund der Corona Pandemie abgesagt.

Wir hatten viel Hoffnung, mit vielen von euch zur Europeade nach Klaip?da zu fahren und im Vorfeld das Kennlern-Wochenende im schönen Bad Hersfeld (Hessen) durchzuführen. Aber auch diese Veranstaltungen wurden auf Grund der Einschränkungen und Verbote, welche in der gesamten Bundesrepublik und auch noch heute in einigen Bundesländern gelten, abgesagt. Eine schwierige Zeit für alle Menschen, aber auch eine harte Zeit für die Brauchtumspflege, den Volkstanz und die Volksmusik.

Plötzlich durften wir Aktivitäten, welche uns wichtig sind, nicht mehr ausüben. Die Kinder und Jugendlichen durften nicht mehr in die Schule und ihren geliebten Freizeitaktivitäten in den Vereinen und Verbänden nachgehen. Alle wurden sozial distanziert, damit Risikogruppen geschützt werden können und die Ausbreitung des Virus eingedämmt wird.

Viele von uns haben in dieser Zeit den Wert des vertrauten Alltags erst richtig bewusst wahrnehmen können, denn der Alltag hat sich abrupt verändert und wir alle haben innerhalb kürzester Zeit gelernt, unseren gewohnten Tagesablauf zu verändern.

Aber gab es die soziale Distanz wirklich? Oder haben wir neue Wege kennengelernt miteinander umzugehen? Wir von der Deutschen Trachtenjugend haben regelmäßig Vorstandssitzungen per Telefonkonferenz geführt und der Hauptausschuss des Deutschen Bundesjugendring wurde digital durchgeführt. Man kann trotz Distanz miteinander verbunden sein und dank der Technik miteinander kommunizieren und agieren. Wir betrachten die zunehmende Digitalisierung als sehr positiv. Sicherlich war der Start sehr holprig, was vielen Schüler*innen und Lehrer*innen beim Homeschooling gemerkt haben, aber wir sollten das, was wir in der letzten Zeit gelernt haben, weiter ausbauen und dadurch mehr in Kontakt treten. Gerne möchten wir allen Mitgliedern aus dem Verband die Möglichkeit geben, mit uns zu reden und die Arbeit im Verband nicht einschlafen zu lassen. Eine Idee hierzu wäre es zum Beispiel, regelmäßige Telefonkonferenzen mit den Jugendleitern der Mitgliedsverbände anzubieten, wie eine Art Sprechstunde.

Der Erhalt von Brauchtum geht auch im kleinen Rahmen und alleine. Wer noch nie an einer Nähmaschine gesessen hat, kann dies in Zeiten der Corona Pandemie durch einen selbstgenähten Mund-Nasen-Schutz mit einem einfachen und nützlichen Projekt endlich tun. So wird das Handwerk erhalten und man weiß, wie das neue Accessoire entstanden ist. Der Wert des selbstgenähten Mund-Nasen-Schutzes ist viel höher und solche werden wir beim Spaziergang an der frischen Luft auch nicht am Wegesrand entdecken.

Der Kampf gegen das Virus und der Schutz von Risikogruppen ist eine Gemeinschaftsleistung und verlangt jedem von uns viel ab. Es ist wichtig, nach unseren Mitmenschen im engsten Umkreis und darüber hinaus zu schauen. Denn die psychische Gesundheit in Zeiten einer Pandemie ist nicht zu unterschätzen. Bitte schaut nach euren Freunden*innen und sprecht über eure Ängste und Sorgen miteinander. Keiner von uns hat diese Situation schon einmal erlebt, aber wenn wir zusammenhalten und füreinander da sind, werden wir das zusammen schaffen und gestärkt aus dieser Zeit hinaus gehen.
Die Gemeinschaft und ihren Wert haben wir gerade in der Zeit der Krise erkannt. Der Zusammenhalt dieser Zeit sollte in die Zeit nach der Krise mitgenommen werden.
Die Gruppenstunden und die gemeinsame Zeit fehlen uns genauso wie euch, aber ein bisschen müssen wir noch durchhalten. Nach der schwierigen Zeit werden wir uns in besonderem Maße engagieren und freuen uns auf gemeinsame Veranstaltungen und Treffen. Wie und wann diese allerdings stattfinden, können wir heute noch nicht genau sagen.

Die Herbsttagung der Deutschen Trachtenjugend, welche vom 9. bis 11. Oktober 2020 in Korbach (Hessen) stattfinden soll, haben wir auf das Nötigste beschränkt. Das heißt, dass der Tanzkurs sowie der Musikkurs in diesem Jahr leider nicht stattfinden werden. Gerne möchten wir allerdings die Jugendausschusssitzung und eine verschobene Präsidiumssitzung durchführen. Ob dies allerdings im bekannten Rahmen möglich ist, wird erst am 1. September diesen Jahres klar sein. Wenn wir uns in Korbach nicht persönlich treffen können, würden wir gerne die Sitzungen digital durchführen. Genauso ungewiss ist, ob wir die Bildungsfahrt nach Aachen durchführen können.

Wir bitten euch, auch wenn es schwerfällt, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen.

Gebt auf euch acht und bleibt schön gesund.

Statement zum Anschlag in Hanau

 

Wir sind entsetzt von den rassistischen Morden in Hanau. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Freund*innen und Familien. Als Vorstand der Deutschen Trachtenjugend möchten wir uns klar gegen Rassismus und ein Klima der Ausgrenzung stellen.
Rechtsextremes Gedankengut greift bestimmte Gruppen von Menschen an und versucht diese aus unserer Gesellschaft auszuschließen, sie zu diskriminieren, ihnen Gewalt anzutun, sie zu töten. Wir sind solidarisch mit den betroffenen Menschen, auch indem wir anerkennen, dass die Grundlage für solche Gewalttaten bereits im gesellschaftlichen Diskurs gelegt wird, in der Art, wie wir miteinander umgehen. Wir müssen in unserem eigenen Umfeld beginnen, Rassismus klar zu benennen, uns dagegen auszusprechen, und Betroffenen zuzuhören.

In Zukunft möchten wir dies noch gezielter in der Arbeit der Deutschen Trachtenjugend beherzigen und umsetzen. Kulturelle Vielfalt liegt uns besonders am Herzen, wir möchten Tracht, Tanz und Tradition teilen und für Alle öffnen, und stets voneinander lernen, von der Vielfalt in der Welt und in Deutschland. Keinesfalls sollten diese Dinge instrumentalisiert werden, um auszugrenzen und zu hassen. Wir laden Euch ein, diesem Weg mit uns zu gehen und eine Kultur des Miteinanders zu leben, gegen Rassismus, nach Außen genauso wie in unseren Vereinen und Verbänden.

Den arbeitsfreien Sonntag als wertvolle Errungenschaft unserer Gesellschaft erhalten

 

Der arbeitsfreie[1] Sonntag ist eine wertvolle Errungenschaft unserer Gesellschaft und elementar für das Gemeinwesen unseres Staates. Der Sonntag ist ein Tag, an dem etwa Familienunternehmungen, gegenseitige Besuche, Ruhepausen sowie die Teilnahme an religiösen oder kulturellen Veranstaltungen möglich sind. Die Menschen haben frei, um gemeinsam Unternehmungen wahrzunehmen, sich zu entspannen oder auch um ihrem ehrenamtlichen Engagement nachzugehen. Somit ist der Erhalt des arbeitsfreien Sonntags auch für die Jugendverbandsarbeit und die Vereinsarbeit von zentraler Bedeutung. Diesen wertvollen Freiraum gilt es zu erhalten und zu bewahren.

Wir haben in Deutschland im letzten Jahrzehnt eine spürbare Abnahme der Freizeit erlebt. Immer mehr Menschen machen immer mehr Überstunden, immer mehr Menschen müssen mehreren Beschäftigungen nachgehen oder neben der Ausbildung oder dem Studium jobben, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dieses Missverhältnis und die Entgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit wirkt sich auch in einem Anstieg von Sonn- und Feiertagsarbeit aus. Dadurch wird der Teil der Freizeit, der frei zur Verfügung steht, etwa zur Muße oder zur Zerstreuung, immer kleiner.

Der Deutsche Bundesjugendring und seine Mitglieder sind durch diese Entwicklung alarmiert. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen ausreichend Freizeit zur Erholung und sie haben ein Recht auf freie Zeit für Engagement, Freunde, Muße oder alles andere, was sie gern tun möchten.

Der arbeitsfreie Sonntag wird durch Artikel 139 GG unserer Verfassung als Errungenschaft geschützt. Auch der Europarat betont in seiner Europäischen Sozialcharta in Artikel 2, der das Recht auf gerechte Arbeitsbedingungen regelt, „dass eine wöchentliche Ruhezeit sicher zu stellen ist, die soweit möglich mit dem Tag zusammenfällt, der in dem betreffenden Land oder Bezirk durch Herkommen oder Brauch als Ruhetag anerkannt ist.“

Es liegt derzeit in der Hand der Bundesländer diesen Schutz zu gewährleisten. Wirtschaftliche Interessen und zunehmender Wettbewerbsdruck zwischen den jeweiligen Einkaufszentren und Regionen führen dazu, dass der verfassungsmäßige Schutz des arbeitsfreien Sonntags immer häufiger zu Lasten der Arbeitnehmer*innen ausgesetzt wird.

Aufgrund fehlender verbindlicher Regelungen wird der Sonntag somit für eine immer größere Zahl von Erwerbstätigen auch über die notwendigen Arbeitsbereiche hinaus zu einem regelmäßigen und gewöhnlichen Arbeitstag. In Deutschland ist die Bedeutung des Sonntags als Tag der Erholung, als Tag für gemeinsame Freizeittätigkeiten und Ruhetag am Ende einer Arbeitswoche daher immer stärker rückläufig.

Daher fordert der DBJR, dass

  • der verfassungsgemäße Schutz von Sonn- und Feiertagen aufrecht erhalten wird,
  • die Sonntagsarbeit bundeseinheitlich und verbindlich zu regeln ist,
  • die Sonntagsarbeit eingeschränkt bleibt,
  • verkaufsoffene Sonntage massiv eingeschränkt werden,
  • klare rechtliche Standards gesetzt werden, um Sonntagsarbeit in notwendigen Branchen zu regulieren,
  • die Bedürfnisse und die Gesundheit der Beschäftigten bei der Entscheidung über die Ausnahmen des Sonntagsschutzes an erster Stelle stehen,
  • eine regelmäßige Evaluierung der Umsetzung und Einhaltung des Sonntagsschutzes durch die Bundesregierung erfolgt und
  • dass die Bildungsinstitutionen wie Schule und Hochschule darauf achten, dass Kindern und Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein gemeinsamer, freier Tag für Familie, Freund*innen, Ehrenamt u.ä. zur Verfügung steht, (bspw. keine Hausaufgaben am Wochenende und eine Arbeitsbelastung, die einen freien Tag möglich macht).

Dem DBJR und seinen Mitgliedsorganisationen ist bewusst, dass für ihre Arbeit auch am Sonntag hauptberufliche Unterstützung benötigt wird. Öffentliches und gesellschaftliches Leben, die Ausübung von Ehrenämtern und die Ermöglichung von Freizeit- und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche auf allen Ebenen ist ohne hauptberufliche Mitarbeiter*innen und Unterstützer*innen nicht möglich. Der DBJR setzt sich in geeigneter Form damit auseinander wie für berufliche Mitarbeitende und Unterstützende der Jugendverbände und Vereine die Balance zwischen der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und dem Bedürfnis und Recht nach einem freien Tag, gemeinsam mit Familie gewährleistet werden kann.

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[1] Erwerbsarbeit

Positionspapier der Deutschen Trachtenjugend zum Umgang mit Alkohol bei Veranstaltungen

 

Bei Festen, Feiern und kulturellen Angeboten ist es in unserer Gesellschaft selbstverständlich, alkoholhaltige Getränke anzubieten. Alkohol ist eine gesellschaftlich anerkannte, legale und einfach zu beschaffende Droge. Es handelt sich dabei um ein starkes Zellgift, das süchtig machen kann.

Für die DTJ und seine Mitgliedsverbände ist es wichtig, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im geschützten und rechtlich gesicherten Rahmen den Umgang mit Alkohol einerseits und seinen Gefahren anderseits bewusst zu machen und zu vermitteln. Es gilt, für jede und jeden einzelnen für sich einen eigenständigen und maßvollen Weg zu finden. Dazu gehört auch, die Gefahren von Alkoholkonsum und den eigenen Konsum kritisch im Blick zu behalten. Gleichzeitig ist es von großer Bedeutung, dass der Jugendverband selbst klare Richtlinien und Vereinbarungen für den Konsum von Alkohol vorgibt und diese auch vorlebt.

Bei der DTJ gelten u.a. folgende Vereinbarungen und Regelungen:

  1. Wenn die DTJ Mitveranstalter einer Veranstaltung ist, dann wird darauf geachtet, dass die Teilnehmenden keinen branntweinhaltigen Alkohol konsumieren.
  2. Beim Konsum alkoholhaltiger Getränke achten die Gruppenmitglieder aufeinander. Wir setzen uns für einen verantwortungsbewussten und bedachtsamen Umgang mit Alkohol ein.
  3. Der Konsum von Alkohol wird im Verband nicht tabuisiert, sondern regelmäßig thematisiert und kritisch hinterfragt.
  4. Der Verzehr von alkoholhaltigen Getränken wird ausschließlich unter Berücksichtigung des Jugendschutzgesetzes gewährt.

Handlungskonzept für Gruppen
Sollten ganze Gruppen durch Missbrauch auffällig werden, ist Intervention, verbunden mit deutlichen Grenzziehungen, durch den jeweiligen Mitgliedsverband notwendig. Die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes auf Veranstaltungen der DTJ wird gewährleistet. Es wird festgehalten, dass an dieser Stelle der jeweilige Vorstand in Absprache mit dem Verantwortlichen des Mitgliedsverbandes unbedingt Handlungskompetenz sowohl methodisch als auch hinsichtlich des Selbstverständnisses haben sollte. Der Vorstand wurde durch eine demokratische Wahl eingesetzt. Daher ergibt sich für den Vorstand das Recht, im Sinne des Verbandes zu handeln. Zudem hat dessen Verhalten Vorbildcharakter. Dies gilt auch, wenn dies dem einzelnen Mitglied oder auch einer ganzen Gruppe nicht gefällt. Hier ist Zivilcourage jedes und jeder Einzelnen gefragt. Selbstverständlich bedarf es einer intensiven fachlichen Beratung des Vorstandes, wenn es zu Kriseninterventionen dieser Art kommen sollte.

Wahlkampange der AfD zur Bundestagswahl 2017

 

Die Deutsche Trachtenjugend im Deutschen Trachtenverband e.V. distanziert sich von der Wahlkampagne der Afd

Deutsche Trachtenjugend steht für ein demokratisches und vielfältiges Miteinander

Die Deutsche Trachtenjugend im Deutschen Trachtenverband e.V. möchte sich hiermit öffentlich von der Wahlkampagne der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) distanzieren. Ein Wahlplakat der AfD zeigt sogenannte „Trachten“ unterschiedlicher Regionen und verweist darauf, dass es in Deutschland viele verschiedene Trachten und mit ihnen verbundene Traditionen und Bräuche gibt und diese Vielfalt schon ausreichen würde.

Jeder, der sich mit dem Trachtenwesen auskennt oder sich damit schon einmal beschäftigt hat, weiß, dass die dort abgebildeten Trachten mit dem Original oder überlieferten Traditionen nichts zu tun haben.

Die Trachten werden durch die AfD instrumentalisiert, indem sie als Werbung für die Ausgrenzung anderer Kulturen benutzt werden. Die AfD konterkariert damit das Bestreben, Migrantinnen und Migranten in Deutschland zu integrieren.

Die Deutsche Trachtenjugend bekennt sich hiermit noch einmal ausdrücklich zu den getroffenen Beschlüssen und Positionen des Deutschen Bundesjugendringes e.V., dessen Mitglied sie ist, sowie zur der Vielfalt der Jugendverbände und ihrer Mitglieder.

Es soll darauf hingewiesen werden, dass sich die Deutsche Trachtenjugend im Deutschen Trachtenverband e.V. sowie alle ihr angeschlossenen Mitgliedsverbände seit Jahren für Akzeptanz, Toleranz und ein interkulturelles Miteinander mit allen Menschen einsetzen. Durch gemeinsames Tanzen und Musizieren wird bei regelmäßigen Veranstaltungen die interkulturelle Kommunikation gefördert und das Kennenlernen neuer Traditionen und Bräuche aus ganz unterschiedlichen Ländern ermöglicht. Dank des gegenseitigen Austauschs wird immer wieder deutlich, wie interessant und vielfältig die Kulturen anderer Länder sind und wie viel voneinander gelernt werden kann.

Statt Trachten und die damit verbundenen Bräuche und Traditionen als Ausgrenzung zu benutzen, steht die Deutsche Trachtenjugend im Deutschen Trachtenverband e.V. für ein buntes und interkulturelles Miteinander und setzt sich dafür ein, andere Kulturen und Traditionen kennenzulernen.

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